070705: Koch unterstützt KM Wolff

(jesus.de / epd) - Der hessische Landtag hat am Donnerstag kontrovers über die Frage diskutiert, ob in Schulen die biblische Schöpfungsgeschichte im Fach Biologie behandelt werden soll. Ministerpräsident Roland Koch und Fraktionschef Christean (rpt. Christean) Wagner (beide CDU) verteidigten in einer Aktuellen Stunde Kultusministerin Karin Wolff (CDU). Wolff hatte sich in der vergangenen Woche dafür ausgesprochen, biblische Schöpfungsgeschichte und Evolutionstheorie im Unterricht in Verbindung zu bringen.

Die Kultusministerin berief sich darauf, dass das hessische Schulgesetz fächerübergreifendes Lernen vorsieht. Schülern müsse ermöglicht werden, zwischen der naturwissenschaftlichen und der theologischen Erklärung der Welt zu vergleichen. «Naturwissenschaft erklärt, wie die Welt entstand, bei Theologie geht es um Deutungs- und Sinnfragen», so Wolff. Der Biologieunterricht müsse auch vermitteln, dass es Grenzen der menschlichen Erkenntnis gebe. Die Behandlung der Schöpfungsgeschichte könne solche Fragestellungen ergänzen und erweitern.

Ministerpräsident Koch plädierte dafür, in der Jahrgangsstufe 12 naturwissenschaftliche und weltanschauliche oder religiöse Erklärungen der Welt zu vergleichen. Es gehe nicht um Mission im Biologieunterricht. Vielmehr müsse über die Frage gestritten werden, was am Ende der menschlichen Erkenntnis stehe: die weitere Suche oder der Glaube. Koch nannte es auch einen «Schutz vor Fundamentalismus», wenn sich Jugendliche mit solchen Fragen auseinandersetzen könnten.

Fraktionsvorsitzender Wagner sprach sich dafür aus, «zulässige Fragen» von Schülern fächerübergreifend zu behandeln. Dazu gehöre «der Schöpfungsbericht als eine allegorische Darstellung der Entstehung der Welt», der ein Erklärungsmodell unter anderen sei. Auch der FDP-Fraktionsvorsitzende Jörg-Uwe Hahn hielt die Behandlung der Schöpfungsgeschichte im Biologieunterricht für möglich, wenn sie erst in Jahrgangsstufe 12 erfolge.

SPD und Grüne rügten, dass Wolff von «erstaunlichen Übereinstimmungen» zwischen Evolutionslehre und Schöpfungsgeschichte gesprochen hatte. Eine Behandlung religiöser Fragen im Biologieunterricht verletze die Religionsfreiheit, wie sie die hessische Verfassung garantiert. Dieses Recht beinhalte nämlich auch, so die SPD-Fraktionsvorsitzende Andrea Ypsilanti, dass Eltern ihre Kinder vom Religionsunterricht abmelden könnten. Biologie sei jedoch ein Pflichtfach.

SPD und Grüne befürchten einen wachsenden Einfluss so genannter Kreationisten an Schulen. Diese aus den USA kommende Bewegung lehnt die von Charles Darwin (1809-1882) begründete Lehre von der Entstehung der Welt ab und kämpft für die Verankerung der Schöpfungsgeschichte im Biologieunterricht.

Quelle: jesus.de

[Home] [Grundlagen] [Wir über uns] [Neuigkeiten] [Häufige Fragen] [Elternbereich] [Kontakt] [Links] [Impressum]