Kinder stumpfen ab
von Wolfgang Hutter
Eltern sehen sich oft dazu gedrängt, ihren Kindern schon im Grundschulater ein Handy zu geben. Die Gründe dazu sind vielfältig. Neben dem Wunsch, dass die Kinder erreichbar sind oder Hilfe rufen können, ist vielfach die Befürchtug, Kinder ohne Handys könnten ins soziale Abseits geraten, dafür verantwortlich. Wenn eine bestimmte Anzahl von Geräten in einer Schulklasse oder Gruppe vorhanden ist, dann steigt der Druck auf die Eltern offenbar stark an. Doch auch die negativen Konsequenzen sind enorm. Wenn Kinder ihr eigenes Smartphone bekommen ändern sich die Freizeitgewohnheiten oft sehr stark. Dadurch bewegen sich Kinder nicht mehr genug und verbringen stattdessen viel Zeit vor dem Bildschirm. Das führt neben einer schlechteren grundsätzlichen Entwicklung von Knochen und Muskeln auf Grund fehlender Bewegeung zum Teil bereits im Kindesalter zu Haltungsschäden wie dem "Handy-Nacken". Auch das Risiko für Kurzsichtigkeit wird durch die viele Zeit am Bildschirm offenbar deutlich gesteigert. Ganz zu schweigen von psychischen Problemen, die durch zu wenig Schlaf ausgelöst werden oder dem Konsum von nicht altersgerechten Inhalten, denen die Kinder früher oder später zwangsläufig ausgesetzt sind. Fachleute raten deshalb dazu, dass Familien möglichst lange auf ein eigenes Handy für Kinder verzichten und sich dazu am besten mit anderen Familien in der Klasse oder dem Freundeskreis absprechen und vernetzen sollten.
Quelle: Artikel „Lehrer und Erzieher beobachten, dass die Kinder abstumpfen“, SWP vom 19.10.2026